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Mit viel Liebe zum Detail

Die Ämmitaler-Örgeli aus der Werkstatt von Peter Wisler gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Instrumenten dieser Art und werden von unzähligen Musikanten mit grosser Überzeugung gespielt. Mit ebenso grosser Überzeugung und viel Liebe zum Detail perfektioniert Wisler den bei Firmengründer Rudolf Reist erlernten Beruf und vereint darin Tradition und modernste Handwerkskunst.

Vor gut 35 Jahren lernte der Elektromechaniker-Lehrling Peter Wisler dank seiner Freundin den Örgelibauer Rudolf Reist und damit gleichzeitig auch seinen späteren Schwiegervater kennen. In dessen Werkstadt in Wasen verdiente er sich an Samstag nachmittagen  nebenbei ein paar zusätzliche Franken und liess sich alsbald von der Faszination für das Schwyzerörgeli anstecken. Peter verbrachte immer mehr Zeit im Hause Reist, heiratete 1979 Tochter Marianne und stieg im selben Jahr auch ins Famiienunternehmen ein. Mit väterlicher Hingabe zeigte Rudolf Reist seinem Schwiegersohn jeden Handgriff, machte ihn auf wichtige Details aufmerksam und weckte mehr und mehr auch dessen Freude am aktiven «Örgele». Peter Wisler erinnert sich gerne an diese schöne Zeit, in der er an der Seite von Rudolf Reist seine Sporen als Schwyzerörgelibauer und Musikant abverdienen durfte. Scheinbar waren die Fortschritte des jungen Berufsmannes ganz Sinne des «Lehrmeisters» denn im Jahr 1988 konnten Peter Wisler und sein Schwager Fritz Reist das Geschäft von Rudolf Reist käuflich erwerben.

Stillstand ist Rückschritt

Peter Wisler ruhte jedoch nie auf den Lorbeeren seines Vorgängers aus, sondern ist bis heute darauf bedacht, die Entwicklung der Schwyzerörgeli mit technischen Verbesserungen und verändertem optischen Aussehen voranzutreiben. Angespornt hierzu wurde er anfänglich nicht zuletzt durch Konkurrenz aus der eigenen Familie. Nur ein Jahr vor dem Generationenwechsel machte sich nämlich Schwager Hansruedi Reist selbständig und gründete eine eigene Firma. Was anfänglich zu Verwirrungen in der Szene und roten Köpfen in der Familie geführt hatte, ist aber längst Schnee von gestern. «Gesunde Konkurrenz belebt und motiviert einem zu Höchstleistungen», meint Peter Wisler rückblickend und erzählt viel lieber davon, wie er seine eigenen Instrumente immer wieder selber hinterfragt und optimiert. In der hölzernen «Versich nämlich viele technische Details, die der einstige Elektromechaniker im Laufe der Zeit einer gründlichen Überarbeitung unterzogen hat. So verwendet er heute beispielsweise hochpräzise Teflon-Kunststofflager  und die blanken Stahlteile von früher sind einer galvanisch vernickelten Mechanik gewichen. Solche Neuerungen zahlen sich gemäss Wisler aus, führen sie doch zu genauerer Präzision im Spiel, eliminieren ungewollte Nebengeräusche und  sind absolut wartungsfrei. Ein weiteres Detail unterstreicht das stete Vorwärtsstreben im Dienst des Kunden: Die Bälge aus der Produktion von Zulieferer Ueli Lüdi aus Grosshöchstetten werden heute maschinell mehrere tausend Mal geöffnet und geschlossen, so dass sich ein neues «Ämmitaler-Örgeli» vom ersten Tag an spielen lässt, wie ein ein über Jahre eingespieltes Instrument.

Erfolgreiche Leichtbauweise

Einen Quantensprung nach vorne haben Peter Wisler und sein Team vor gut zehn Jahren im Hinblick auf das bevorstehende Millenium erreicht. Das damals lancierte 2000er-Örgeli entpuppte sich nicht nur als hervorragende Werbestrategie, sondern wies neben anderen Verbesserungen erstmals den konsequenten Leichtbau mit entsprechender Gewichtsreduktion auf. Der Prototyp begeisterte die Kundschaft auf Anhieb und die geplante limitierte Sonderserie von 250 Instrumenten fand sich innerhalb von nur zwei Wochen in den Bestellbüchern!

Trotz Präzision in allen Bereichen der Produktion ist letztendlich jedes «Ämmitaler-Örgeli» ein Unikat. Die Kundschaft hat heute nämlich auch in Sachen Optik verschiedenste Möglichkeiten, dem bestellen Instrument ein individuelles Gesicht zu verpassen. So stehen neben diversen Farbvarianten und erlesenen Hölzern attraktive Verzierungsmöglichkeiten bis hin zu modernster Lasertechnik zur Auswahl. Und auch wer nachts mit Kopfhörer üben, via Computer seine Töne zu Noten machen oder seinem Kind dein Einstieg auf einem handlichen Kinder-Örgeli erleichtern möchte, wird bei Peter Wisler fündig. Bevor ein Instrument letztendlich das Geschäft verlässt, wird es vom Chef persönlich auf Herz und Nieren geprüft und erst nach erfolgreichem Test wird als letzter Arbeitsschritt das Firmenschild montiert. Ein wichtiger Mann ist aber auch Peters Bruder Martin Wisler.  Er zeichnet seit 23 Jahren für die saubere Stimmung der «Ammitaler-Örgeli» verantwortlich und wirkt bei Bedarf kompetnt als stellvertretender Geschäftsführer.

Musizieren zur eigenen Freude

Privat musiziert Peter Wisler heute nicht mehr so oft wie Anfang der 1990er-Jahre, als er regelmässig mit dem Schwyzerörgeli-Quartett Peter Wymann aus Grünenmatt unterwegs war. Am Bielersee, wo der Örgelibauer vor ein paar Jahren zusammen mit seiner heutigen Lebenspartnerin Irène Haldemann ein wunderbares neues Wohndomizil gefunden hat, trifft man ihn jedoch ab und zu bei einem gemütlichen Auftritt mit der Musikantin Martha Arnold. Und als versierter Örgelibegleiter und Bassist kommt Wisler auch sonst immer wieder mal zu spontanen Einsatzmöglichkeiten.


Das aktive Musizieren pflegt Peter Wisler heute noch gelegentlichen mit Martha Arnold oder mit Bass und Schwyzerörgeli bei spontanen Gelegenheiten…

Mit besonderer Hingabe spielt er bei diesen Gelegenheiten zweistimmige Kompositionen von Gody Schmid und andere melodiöse Titel, die das Herz berühren. «Das Schwyzerörgeli sollte immer ein Instrument bleiben, das man mit Herz und nicht unbedingt mit dem Kopf spielt!», sinniert Peter Wisler und überlegt sich, wie er es den Musikanten wohl mit weiteren technischen Innovationen noch einfacher machen könnte: «Dank hervorragenden Musiklehrern gibt es immer bessere Örgeler. Deren hohen Ansprüche will ich auch in Zukunft mit guten Instrumenten gerecht werden!».